Wahlprogramm

In unserem Wahlprogramm haben wir konkrete Forderungen und allgemeine Haltungen zusammengestellt, die wir in der nächsten Legislatur in die Könizer Politik einbringen möchten.

Fairness und Vernunft im Finanzhaushalt

Verursacht durch wichtige Investitionen, steigen die Bruttoschulden der Gemeinde. Der Kanton schnürt ein weiteres Sparpaket, was auch die Gemeinden trifft. Kurz: Der Druck auf die Könizer Finanzen bleibt vorerst hoch.

Umso wichtiger ist es, eine faire Finanzpolitik zu betreiben und einen kühlen Kopf zu bewahren: Die Grünliberalen wollen, dass allgemeine Lasten grundsätzlich gemeinsam getragen werden und finanzieller Spielraum möglichst vielen zugutekommt. Geschenke zur Bedienung von Partikularinteressen lehnen die Grünliberalen ab. Die Gemeinde soll ihr Geld zudem prioritär dort einsetzen, wo es den grössten Nutzen stiftet. Dazu sind, wenn nötig, auch neue Wege zu beschreiten.

Wachstum lenken statt verhindern

Bevölkerungszuwachs und Firmenansiedlungen zeigen: Die Gemeinde Köniz ist als Wohn- und als Arbeitsort gefragt. Diese Entwicklung bereichert, ist aber auch eine Herausforderung.

Die Grünliberalen wollen die Bautätigkeit so lenken, dass das Kulturland geschützt und eine hohe Lebensqualität mit wenig Alltagsverkehr möglich wird: Wer in Köniz arbeitet, soll auch hier wohnen können. In einer Siedlung der kurzen Wege kann vieles zu Fuss oder mit dem Velo erledigt werden. Mit der Entwicklung nach innen und der fast ausgeglichenen Ein- und Auszonungs-Bilanz hat die Ortsplanungsrevision die richtige Stossrichtung.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

Um Eltern eine Berufstätigkeit zu ermöglichen, sind Tagesschulen ein Schlüsselelement. Köniz bietet bereits heute an jedem Schulstandort eine Tagesschule an. Im städtischen Teil der Gemeinde fehlt es aber aufgrund der grossen Nachfrage bei vielen Tagesschulen an Raum.

Die Grünliberalen setzen sich dafür ein, dass so rasch wie möglich mit – auch kostenmässig – vernünftigen Projekten die nötige Infrastruktur für die nachgefragten Tagesschulplätze bereitgestellt wird. Neben einer guten Infrastruktur soll auch die Qualität der Betreuung gestärkt werden, zum Beispiel durch die Schaffung von Ganztagesschulen mit pädagogischem Gesamtkonzept.

Fuss- und Veloverkehr stärken

Velofahren und Zu-Fuss-Gehen sind umweltschonend, gesund und brauchen wenig Platz. Sie nehmen deshalb eine zentrale Rolle in einem nachhaltigen Nahverkehrssystem ein. Gefördert werden sie durch gut vernetzte, direkte und vor allem sichere Fuss- und Velowege.

Die Grünliberalen wollen die Infrastruktur für den Langsamverkehr weiter verbessern: Für die Velos soll die Verkehrsführung optimiert und zusätzlicher Platz geschaffen werden, ohne dass dabei der Fussverkehr eingeschränkt wird. Mischverkehr mit Velofahren und Zu-Fuss-Gehen auf derselben Fläche muss eine Ausnahme sein. Die Wege für Fussgängerinnen und Fussgänger sollen im Hinblick auf die älter werdende Gesellschaft barrierefrei ausgestaltet und mit mehr Sitzgelegenheiten versehen werden.

Wohnraum schaffen und optimieren

Geeigneten Wohnraum zu finden, ist oft schwierig – vor allem für die ältere Bevölkerung und für Familien mit Kindern. Viele Wohnungen sind zu teuer ausgestattet, nicht altersgerecht oder zu gross für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte. Das hindert auch am Umzug vom Haus in eine Wohnung.

Die Grünliberalen setzen sich dafür ein, dass die Gemeinde die Grundlagen erarbeitet, um die Nutzung und Weiterentwicklung des Wohnraums durch Information und mit Anreizen besser koordinieren zu können. Köniz braucht eine Wohnbaustrategie.

Mehr intakte Natur ermöglichen

Durch intensive Nutzung und damit verbundene Schadstoff- und Lärmimmissionen sowie durch Zersiedelung und Asphaltierung stehen Natur und Landschaft unter Druck.

Die Grünliberalen wollen naturnahe Wälder und gesunde Gewässer erhalten, z. B. im Gebiet der Sense. Bäche sollen renaturiert und wesentliche landschaftliche Qualitäten geschützt werden. Über Gurten und Ulmizberg soll sich ein verkehrsarmes Naherholungsgebiet erstrecken.

Moderne ÖV-Technik für Quartiere

Selbstfahrende Busse eröffnen neue Möglichkeiten für die Feinerschliessung mit dem öffentlichen Verkehr: Quartierlinien, die wegen geringer Auslastung bisher zu teuer waren, werden durch die neue Technik mittelfristig besser finanzierbar.

Auf der Linie 17 ist ab 2018 ein Pilotbetrieb mit Elektrobussen ohne Fahrleitung geplant. Die Grünliberalen setzen sich dafür ein, dass in Köniz auch ein Pilotversuch mit selbstfahrenden Bussen durchgeführt wird und die Gemeinde bei der Einführung innovativer Verkehrstechnik vorne dabei ist.

Freiwilligenarbeit fördern und ehren

Zahlreiche Vereine bieten der Bevölkerung Freizeitprogramme und Betreuungsleistungen, die die Gemeinde in diesem Umfang nicht erbringen könnte. Damit bereichern sie das Leben in Köniz und entlasten die öffentliche Hand massiv, z. B. bei der Jugend- und der Integrationsarbeit.

Die Vereine sollen die benötigte Infrastruktur günstig mieten können. Zudem verlangen die Grünliberalen höhere Pro-Kopf-Beiträge für Kinder- und Jugendarbeit und wünschen, dass die Gemeinde künftig einen Preis für Freiwilligenarbeit verleiht, um diese zu ehren und bekanntzumachen.

Flexible Badi-Öffnungszeiten ins Internet

Die Badi Weiermatt passt am Abend teilweise ihre Öffnungszeiten ans Wetter an. Damit kommt sie einem Bedürfnis der Badegäste entgegen und orientiert sich an der Nachfrage.

Die Grünliberalen setzen sich dafür ein, dass die Öffnungszeiten auch am Morgen flexibel werden, so dass bei gutem Wetter Berufstätige vor der Arbeit schwimmen können. Ausserdem sollen die veränderten Öffnungszeiten jeweils direkt im Internet bekanntgegeben werden, so dass Besucherinnen und Besucher sich leicht darüber informieren können.

Betreuungsgutscheine einführen

Die Umstellung auf Betreuungsgutscheine hat in anderen Gemeinden die Wartezeit auf Kita- und Tageselternplätze deutlich gesenkt und bringt Familien mehr Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung.

Die Grünliberalen fordern, dass die Gemeinde Köniz die Einführung von Betreuungsgutscheinen vorantreibt und dabei für einfache administrative und organisatorische Rahmenbedingungen sorgt.

Service démocratique erhalten

Seit 2016 übernimmt die Gemeinde das Porto für die Rücksendung der Abstimmungs- und Wahlcouverts nicht mehr. Wer brieflich abstimmen möchte, muss das Couvert nun entweder beim Gemeindehaus – der einzigen Sammelstelle in unserer 51 km2 grossen Gemeinde – vorbeibringen oder es selbst frankieren und dafür deutlich mehr bezahlen als die Gemeinde, die auf dem Porto einen Massenrabatt bekäme.

Die Grünliberalen fordern, dass diese widersinnige «Spar»massnahme rückgängig gemacht wird.

Vereins- und Jugendlokal im Schloss

Das Schlossareal ist prädestiniert als Kultur- und Genusszentrum für das urbane und das ländliche Köniz und als Veranstaltungsort grösserer Feste. Sein Potenzial wird aber noch nicht voll genutzt.

Die Grünliberalen setzen sich dafür ein, dass das Angebot im Schloss ausgebaut werden kann. Aufgrund seiner Lage eignet es sich auch bestens für die Nutzung durch lokale Vereine sowie für ein neues Jugendlokal und ein eigenes Könizer Nachtleben.

Digitales Angebot ausbauen

Die Gemeinde hat beachtliche Fortschritte bei ihren Online-Dienstleistungen gemacht. Dieser Weg ist konsequent weiterzugehen.

Die Grünliberalen setzen sich dafür ein, dass Korrespondenz und Informationsflüsse zwischen der Gemeinde einerseits und Bevölkerung, Wirtschaft und Vereinen andererseits grundsätzlich digital abgewickelt werden können. Sei es bei Baubewilligungen oder beim Empfang des amtlichen Anzeigers. Zudem soll Köniz seine guten Voraussetzungen für eine Vorreiterrolle bei der IT-Infrastruktur nutzen.